Donnerstag, 26. September 2013

KONSTANTIN REINFELD & MR. QUILENTO @Jazzraum Hafenbahnhof am 02.09.2013

Ich gebe zu, ich war ein wenig skeptisch, ob die Mischung mit einem jungen Mundharmonikaspieler und Jazzband funktionieren würde. Ich las von dieser gemeinsamen Arbeit im Internet und wollte mir selbst davon ein Bild machen und wurde eines Besseren belehrt. Das Konzept ging auf und es machte mir auch Spaß ihnen zuzuhören. Somit machte ich mich gespannt auf an diesem Abend zum Hafenbahnhof in Hamburg. Zu der kleinen familiären Lokation versteckt in einer Senke neben der Strasse, sodass man nur noch das Dach sehen kann. Mit ihrem Jazzraum Projekt überraschen die Betreiber die Besucher jeden Montag mit ausgesuchten Musiktalenten in der Jazzszene. Somit gaben sie auch Konstantin Reinfeld die Möglichkeit seine Zusammenarbeit mit Mr. Quilento vorzustellen, einem Zusammenschluss von den ebenso begabten Musikern Christoph Spangenberg (Piano), Daniel Stritzke (Kontrabass) und Hanser Schüler (Schlagzeug).

Schon mit dem ersten Lied, welches Konstantin mit Christoph am ersten Zusammensitzen komponiert hatte, hörte und fühlte man die gemeinsame Leidenschaft zur Musik und die junge erfrischende Experimentierfreude, die Musikinstrumente im Zusammenspiel mit Jazz gekonnt tanzen zu lassen.

Konstantin verriet mir, das er mit seinen 17 Lebensjahren erst vor genau vier Jahren das Mundharmonikaspielen angefangen hat und seit ca. 1,5 Jahren seine Songs selbst schreibt. Schon mit sieben fing er an mit Klavierspielen und später auch ein paar Jahre Klarinette. Als er dann aber Michael Hirte bei der Show "Supertalent" 2008 sah, schwärmte er für das Musikinstrument und entschied es selbst mal aus zu probieren. Er brachte es sich durch Videos im Internet autodidaktisch selbst bei und wird heute von dem bisher bekanntesten Mundharmonikaspieler Howard Levy online unterrichtet. In nur zwei Jahren erspielte sich Konstantin zum Geheimtipp in der Jazz-Szene.
Schon sein erstes selbstgeschriebenes Werk "Light Flight" zeigt die noch recht junge aber schon intensive Liebe zu seinem Instrument.
Neben den eigenkomponierten Stücken von Konstantin Reinfeld und Christoph Spangenberg von seinem Debütalbum "KONSTANTIN REINFELD & MR. QUILENTO", gab es an diesem Abend auch einen Jazzklassiker als Coversong und eine gelungene Führung von Konstantin und Christoph durch den Abend mit kleinen Anekdoten. Sie überraschten mit einer wirklich gut gelungen Zusammenführung von Harmonika und Jazz, einer lockeren familiären Atmosphäre und gutgelaunten Jungen Männern, die ihrer Leidenschaft und Berufung nachgehen.

BILDER FOLGEN ;)

Set List des Abends:
1. Set:
Seven Orange (Konstantin Reinfeld, Christoph Spangenberg)
Light Flight (Konstantin Reinfeld)
Om de Rotonde ("um den Kreisverkehr" auf niederländisch, Konstantin Reinfeld)
No Solution But Love (Christoph Spangenberg)
Georgia on my Mind (Orginal: Hoagland Howard „Hoagy" Carmichael, 1930, Cover)
Dronin' (Konstantin Reinfeld)
2. Set:
No hard shoulder (Konstantin Reinfeld, Christoph Spangenberg)
Berlin 1995 (Christoph Spangenberg)
Do not give away (Christoph Spangenberg)
Algiedi (Konstantin Reinfeld)
Homebase (Christoph Spangenberg)
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Mr. Quilento (Konstantin Reinfeld, Christoph Spangenberg)

Hier geht es zu Konstantin Reinfeld via Facebook oder offizielle Homepage

Hier kann man Konstantin live erleben:
Termine
27.09.2013 Konstantin Reinfeld & Mr. Quilento - Viersen - 27. Internationales Jazzfestival Viersen
02.11.2013 Konstantin Reinfeld & Mr. Quilento - Trossingen - World Harmonica Festival 2013
08.11.2013 Konstantin Reinfeld & Christoph Spangenberg - Elsass (FR) - Festiblues de Kaysersberg
14.12.2013 Konstantin Reinfeld mit Kempen Big Band - Willich - ''Swinging Christmas'' Benefizkonzert

Donnerstag, 29. März 2012

Straight Frank 23.03.2012 @Übel & Gefährlich Hamburg


Ich bin schon so oft in Hamburg gewesen und hab es erst jetzt das erste Mal geschafft, mir das legendäre Übel & Gefährlich in Hamburg von innen anzuschauen. Es gab auch einen sehr guten Grund zum Anlass, welchen ich mir nicht entgehen lassen konnte. "Straight Frank" eine schwedische Rockband aus Stockholm, machte halt in Hamburg und aufgrund ihres ersten Videos "Monster", welches ich euch an Herz legen möchte, konnte ich es nicht erwarten diese vielversprechende Band mir live anzuschauen und mir einen ersten Eindruck zu machen. Schon ihr mittlerweile zweites Album "Straight Frank" bestach durch seine rockigen und manchmal auch melancholischen Lieder und machte mich neugierig. Die sehr sympathischen und offenen Jungs von „Straight Frank“ mit dem Gitarristen und Sänger Tobias Gustavsson, Drummer Kaspar Lindgren, Gitarrist Coma und Bassist Henrik Edenhedk überzeugten mit ihrem authentischen und puren Rocksongs, brachten die rockbegeisterten Konzertbesucher auf Temperatur. Eine großartige Show mit ehrlichen Texten und purer Rockmusik, ohne viel schnick Schnack. Das kleine Turmzimmer lies ihnen nicht viel Spielraum, was die Jungs aber nicht abhielt die Bühnenbretter zum Beben zu bringen. 

Eine sehr gute Wahl, sich auf die ursprünglichen wichtigen Dinge der Rockmusik zu besinnen und somit zu zeigen, dass es noch den echten Rock'n'Roll gibt. Man spürt die Einflüsse aus einer Zeit, wo Bands noch unterwegs waren wie „Deep Purple“, mit denen auch sie schon mal die Ehre hatten, auf zu treten, „Kiss“ und „White Snake“, die Tobias Gustavsson auch gerne erwähnt. Auch hört man die professionelle Seite der Jungs, die schon in anderen Bands erfolgreich spielten, als Songwriter oder Produzenten für andere Bands unterwegs waren und somit eine perfekte Basis hatten.

Wer sich selbst überzeugen will, kann dies auf ihrer aktuellen Tour nachholen oder sich gleich das Album holen.




Hier geht es zur Tour Seite der Jungs Tourtermine Straight Frank 
Die offizielle Fanseite in Facebook

Donnerstag, 8. März 2012

"Hamburg Rockt" 2012

„Hamburg Rockt“ ist ein super Konzept zur Förderung von Musik-Newcomern in Hamburg, von der Hamburger Morgenpost, kurz MOPO und dem Radiosender 917xfm. Es können sich jedes Jahr Bands und Solokünstler bewerben, aller Musik-Genre, nur rocken sollten sie alle.
Die Jury sucht dann aus einer Vorauswahl von 30 aller Bewerbungen, sechzehn Bands aus, die dann gegeneinander antreten. Am Ende lockt dann ein Vertrag bei Ferryhouse Produktion für den Sieger.

Zur Fach-Jury gehören die Vorjahresgewinner LIEDFETT, Gunnar Astrup, Bettina Schuster, Susan Molzow, Christoph Dieckmann, Michaela Schirrmann, Ashley Hicklin, Eike Lüchow, Marc Baumgart sowie Björn Mathes und Michael Borwitzky von Ferryhouse Productions.
Hier wird die Jury genauer vorgestellt:

Als erstes fanden die acht Battle-Termine statt, die live auf der Studiobühne im Funkhaus Messberg von dem Radiosender 917xfm übertragen wurden. Die Hörer konnten dann gemeinsam mit der ausgewählten Jury, die Sieger auswählen.

Hier die 16 Battle- Teilnehmer in alphabethischer Reihenfolge:
- David Grabe
- David & die Kernigen (ausgeschieden)
- Einmannmusik (ausgeschieden)
- Heinrich von Handzahm (ausgeschieden)
- Jasmin Rathcke (ausgeschieden)
- Johnny Overdrive (ausgeschieden)
- Kids on Trees
- Kleinstadtpioniere (ausgeschieden)
- Luftpost
- Malleus
- Miu
- Mundial (ausgeschieden)
- Shoot the Orange
- The Huge Grants
- Tom Klose & Band
- Turbo (ausgeschieden)

Bei den acht Battle treten zwei der 16 Bands gegeneinander an und die Zuhörer des Radiosenders, Leser der MOPO und die Jury entscheiden dann, wer davon weiter kommt. .. und so funktioniert es. Ab 22 Uhr wird das Battle ausgestrahlt auf dem Radiosender und es kann bis zum nächsten Battle gevotet werden. D.H ab Dienstag 22.00 Uhr bis Donnerstag 17.00 Uhr und ab Donnerstag 22.00 Uhr bis Samstag 17.00 Uhr. Für jeden Musiker bzw. jede Band kann man „gevoten“ als auch “liken“. („Liken“ zählt doppelt) Am Ende der Frist werden die Punkte zusammen gezählt und als Puplikumsstimme fest gehalten. Diese Stimme ist dann eine der Fachjury.

Montags wurden dann die jeweiligen Gewinner in der MOPO mitgeteilt.

Die Battletermine fanden statt am:
28.02. und 01.03.2012
06.03. und 08.03.2012
13.03. und 15.03.2012
20.03. und 22.03.2012

Die acht Gewinner der Vorrunde treten nun in zwei Halbfinals gegeneinander an, woraus dann die vier übrig gebliebenen Bands dann im Finale den Sieger erspielen.
Die Halbfinale finden am 19. und 26. April im „Kaiserkeller“ und das Finale am 6. Mai in der „Großen Freiheit 36“ statt.
 
NEU! Es gibt zwei Publikumsstimmen zum Halbfinale.
Die Publikumsstimmen ergeben sich folgendermaßen:
Die Bands können 100 Fans/Band mitbringen. Vor Ort wird eine Stimme des Publikums via Applausometer gemessen.
Die Facebook-Fans können die Bands aber auch unterstützen, denn wir stellen am Veranstaltungstag auf der  Hamburg rockt-Facebookseite die vier Bands nochmals mit Foto vor und diese Publikumsstimme geht an die Band, deren Foto am meisten geshared wird.
Diese Aktion läuft nur während der Veranstaltung.
Danach werden die beiden Publikumsstimmen und die Jury-Stimmen zusammengezählt und die Finalisten bekannt gegeben. (Quelle: www.mopo.de)

Hier geht es zur offiziellen Facebook Seite von Hamburg Rockt
und der MOPO MOPO Hamburg Rockt

Samstag, 18. Februar 2012

2012-01-28 Rauschenberger @Faust, Hannover

Rauschenberger "Alles Fließt" Tour am 28.01.2012 in der Faust, Hannover

Die 60er-Jahre Halle des Kulturzentrums Faust in Hannover, Linden füllte sich zu später Stunde überraschend schnell. Ein kleiner Veranstaltungssaal, der für mittelgroße Konzerte und Veranstaltungen gemacht ist. Angrenzend gibt es auch einen Raucherbereich mit Bar, Laungemöbeln und einem Kickertisch, die einladen zur "gemütlichen Runde". Die Vorband "Kleinstadthelden" heizte der Menge gut ein und brachte die mittlerweile gut besuchte Halle auf Temperatur. Mit klaren Worten in ihren deutschen Texten und rockig-punkigen Liedern setzten sie ein klares Zeichen, wohin es heute gehen würde. Sie banden witzig das Publikum mit ein und animierten bis in die letzten Reihen, auf dem Parkett. Nur die "Begleiter" am Tresen waren einfach nicht zu fassen. Trotzdem rockten unbeirrt die Jungs die Bühne und feierten den Abend. 
Nach einer kurzen Umbauphase, stürmten "Rauschenberger" auf die Bretter. Überwältigt von der zahlreich angereisten treuen Fangemeinde, stellten sie fest, dass dies das Konzert sein sollte, mit den bisher meisten Zuhörern. Was uns natürlich nicht überraschte. Denn auch wenn sie bisher auch "noch" nicht so bekannt sind in der Mainstream Szene, sind sie für Insider schon "alte Hasen" und man weiß, welch gute Musik hinter dem Namen steckt. Freunde von "Johannes Oerding", "Johannes Strate" und den "Revolverhelden" sind auf jeden Fall auch hier an der richtigen Stelle. Die Songs von Liebe, Leben und Feiern laden ein zu einer Reise durch die Gefühlswelten. Deutsche, nachvollziehbare Texte, die von kleinen Geschichten und Erlebnissen handeln, die jeder nachfühlen und sich darin vielleicht auch wieder finden kann. Schon ab dem ersten Song "Alles Fließt", welches auch der Titel des neuen Albums ist, treffen sie die Zeichen der Zeit. Mit den Worten -Wir kriegen nie genug von allzu knapper Zeit. Und doch sind drei Minuten manchmal 'ne Ewigkeit.- sprechen sie so manchem Besucher aus der Seele und spätestens beim Song "Meine schmalen Schultern" oder "Hannover, nicht Hollywood" spürt man, durch das mitsingen der Fans, dass sie richtig liegen. Mein persönliches Highlight ist der Song "Masterplan" mit -Ein Hoch auf gute Zeiten. Auf die, die mich begleiten, auf Liebe und auf dich.- bringen sie nicht nur mich zum nachdenken.
Für eine passende und wunderschöne Untermalung einiger Songs, sorgten wie auf dem aktuellen Album vier Streicherinnen für den gewissen Gänsehautfaktor. Natürlich ließen die Jungs es sich nicht nehmen, ihre neuen Songs vom neuen Album zu präsentieren, welches bald erscheinen soll worunter sich auch ein Song des Gitarristen Lars Erhardt befand, der seine Songwriter Qualitäten unter Beweis stellen und ihn auch selbst singen durfte. Eine gelungener Abend unter Freunden in familiärer Atmosphäre, der mit einer rauschenden Aftershowparty abgerundet wurde. 
Wer schon jetzt neugierig geworden ist auf die Band und ihre neuen Songs, sollte sich den März schon mal fest im Kalender eintragen. Denn dann erscheint ihr neues Album und ist in jedem gut sortierten Fachhandel erhältlich. Ich konnte durch eine Demo CD schon einen ersten Einblick erhaschen und bin selbst immer wieder überrascht, welche "Schätzchen" noch so in manch einer kleinen Lokation steckt. Wieder ein neues Highlight in meinem Regal und schöne Lieder die perfekt in meinen I-Pod passen, wenn ich wieder unterwegs bin.


Rauschenberger - Hannover, nicht Hollywood (Offizielles Musikvideo) 
Erstes Musikvideo vom Album "Alles fließt"

Samstag, 24. Dezember 2011

Mein Rückblick auf „AIDA – Night of the Proms“ 2011

„Klassik meets Pop“ (Klassik trifft Pop), glaubt mir bitte, auch ich hab meine Zweifel gehabt, ob das wirklich so gut zusammen passt. Nicht nur als ich das Lineup (Aufstellung der Künstler) gesehen habe oder vom Hörensagen, von einer Show für eher Zuschauer mittleren Alters, so ab Mitte vierzig aufwärts gehört habe, war ich nicht wirklich davon überzeugt. Doch den Jungs von Stanfour zu liebe und deren Fans (für die ich gerne eine Fanseite betreibe) begab ich mich dann an drei Standorten zu den Shows und konnte mir selbst innerhalb von vier Auftritten meine eigene Meinung über das Konzept bilden. Ich höre gerne auch mal zwischendurch klassische Musik sowie auch Pop/Rock zu meinem täglichen Repertoire gehört. Ich hatte bei der Tour das große Glück bei drei Phasen dabei zu sein, einmal in Hannover recht weit am Anfang, in Berlin zur Halbzeit und zum Ende hatte ich zwei Termine in Köln. Während dessen konnte ich die Entwicklung der einzelnen Musiker und des Teams mit verfolgen und war angenehm überrascht von der perfekt inszenierten und mit Bildern und Licht spielenden Aufführung der zwei Musikwelten in einer Nacht. Ich sah wie sich Musiker in einem Monat sich selbst steigerten und sich immer wieder selbst übertrumpften, um noch ein Stück besser zu sein, als am Tag zuvor. Ich sah mit welcher Leidenschaft und familiären  Atmosphäre das ganze Team um die „Night of the Proms“ dabei waren und das sich die ganze harte Arbeit, auch um die Bühne herum lohnen sollte, was man anhand der fast immer wieder ausverkauften Hallen sehen konnte.

Ich bin recht unvoreingenommen in die erste Show in Hannover gestolpert, ohne auch nur eine der vorherigen Shows gesehen zu haben. Ja, ich muss zu meiner Schande zugeben, es war das erste Mal innerhalb der 17-jährigen Tourneegeschichte, der „Night of the Proms“, dass ich eine dieser Shows nun an schaute.

Das Konzept „Night of the Proms“ basiert auf einem ganz einfachen Prinzip, die Klassik und die Pop/Rock-Musik in einer Show zusammen zu bringen und Fans beider Seiten zusammen zu führen. Klassik muss nicht immer nur trocken sein, sondern kann auch überraschen und mitreißen, sowie Pop/Rock-Musik einen tief berühren und unter einem neuen musikalischen Kleid neu faszinieren kann. Durch den neuen Sponsor „AIDA Cruises“ wagte sich unter dem Motto „Voices“ (Stimmen) das Team um Herrn Dirk Hohmeyer, deutscher Produzent und Tourneeveranstalter sich auf ein neues, frisches und jugendliches Terrain. Mit Popsongs, die die Nation in den letzten Monaten und Jahren fesselte, gepaart mit feinsten, bekanntesten klassischen Stücken, untermalt mit einer aufwendig inszenierten Lichtershow und beeindruckenden 3D-Effekten mit LED-Elementen und Bildschirmen sollten eingestandene (zu ca. 80% Wiederholungstäter) und neue Fans von „Night of  the Proms“ überwältigt werden. Ein Zitat eines internationalen Besuchers: „The German People like the Big-Lights“ und ja, ich muss sagen, er hat Recht! Wir deutschen mögen sogar sehr die große Bühne, die perfekt inszenierte Bühnen Show und die großen Lichteffekte. Schon die jahrelange Erfahrung seit 1994 zeigte sich besonders in der Musiktechnik, die einen einzigartigen besonderen Hörgenuss erzeugte, indem man jedes Musikinstrument einzeln über Mikrophone aufnahm, im perfekten Zusammenspiel der Techniker live mischte und über die Lautsprecher einen völlig natürlichen Sound erzeugte.

Schon der Anfang mit dem 75-köpfigen „Sinfonieorchester Il Novecento“ unter der Leitung der Dirigenten Robert Groslot sendete ein eindeutiges Zeichen mit der Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé an die Zuschauer. „Hier beginnt eine Show, die ihres Gleichen sucht und bittet nun um ihre volle Aufmerksamkeit.“ Das Orchester spielte nicht nur klassische Stücke aus 300 jähriger Musikgeschichte sondern begleitete auch zusammen mit der Elektric-Band die ganzen Pop-Größen durch den Abend und leistete sich zur Überraschung aller Gäste, ein musikalisches Battle (Kampf) der besonderen Art. Mit „DJ Replay“ wurden abwechselnd große Stücke aus Klassik und Pop gespielt und sogar zum Teil vermischt, doch als dann das Sinfonieorchester „Insomnia“ von Faithless spielte war der Kampf so gut wie entschieden.











Die „Div4s“, das junge italienische Sopranistinnen-Quartett vielen durch ihre Art der neuen Präsentation eines Medleys durch die großen Opern, wie z.B. Carmen sofort auf. Die vier sehr hübschen Damen Denise, Isabella, Vittoria und Sofia überzeugten nicht nur durch ihr Aussehen und die sehr passenden Bühnenoutfits, sondern vor allem durch die Vielschichtigkeit ihrer Stimmen. Sie sangen auch bekannte Stücke von Beethoven bei einem Zusammenschnitt von drei großen Filmen über die Musikgeschichte, die von der Schauspielerin Anna-Maria Kaufmann auf einer Leinwand präsentiert wurden, sondern unterstützten auch Stimmgewaltig bei einem Popsong von Seal und bewiesen dadurch auch ihr vielseitiges Repertoire.




Einen Moment der Andacht und Ruhe gab es, als an eine der beeindrucktesten Musikerinnen und Sängerinnen des letzten Jahres gedacht wurde, wie John Miles, unterstützt von seiner Elektric-Band auf die Bühne trat und zum Gedenken an die dieses Jahr verstorbenen Soulsängerin Amy Winehouse, ihren großen Hit „Valerie“ sang. Natürlich durfte auch nicht sein größter Hit und der heimlichen Hymne der „Night of the Proms“ fehlen. Mit „Music (was my first love)“ fesselte er wieder Mal alle Zuschauer und auch ich hielt inne und genoss die zahlreichen Lichter, die an den Eingängen ausgegeben wurden und in diesem Moment auf allen Rängen aufleuchteten.






Nun war es Zeit für den Pop/Rock und dem jungen Wind aus dem Norden. Die Jungs von Stanfour erstmalig begleitet von einem Sinfonieorchester zeugen von einem perfekten Zusammenspiel beider Elemente. Bei ihren Songs wurden sie unterstützt durch das Orchester und dem stimmengewaltigen Rückenwind getragen. Durch ihre Songs „For all Lovers“, dem Charthit „Wishing you Well“ und dem berührenden „Life without you“ im Einklang, überzeugten die sympathischen Hamburger Jungs, Konstantin (Sänger) und Alexander (Piano) Rethwisch sowie Heiko Fischer (Gitarre) auch die eher „älteren Semester“ und fanden viele neue Anhänger unter den Besuchern. Mit den Lichtern im Publikum und der Schmuseballade „Life Without you“ erzeugten sie Gänsehautfeeling. Je weiter man zum Ende der Tournee kam, spürte man auch unter den Zuschauern schon eindeutig immer mehr ein Bedürfnis lautstark bei den Hits von den Jungs mit zu singen, auf zuspringen und die Halle zum beben zu bringen.
 












Mehr Bilder von "Stanfour" in Hannover könnt ihr hier sehen "Stanfour - Fanpage (Fans for Fans)" in Facebook

Der Chor „Fine Fleur“ machte nicht nur auf sich aufmerksam durch seine stimmengewaltige Untermalung bei den Popsongs, die so manchen Musiker am Anfang der Tour, doch noch überraschen konnte, sondern auch durch ihre Akapellanummer von der Sängerin Adele „Rolling in the Deep“  und ihre witzigen und animierenden Einsätze während der gesamten Show. Immer wieder tanzen, klatschten und sangen sie gemeinsam mit den drei Damen der Backing-Vokals (Backgroundsängerinnen) die Hits mit und verführten auch hier den einen oder anderen klatschfaulen Zuschauer, dann doch noch zum Mitmachen.

Disko-Funk Legende „Nile Rodgers“ und die beiden Damen von „Chic“ brachten die Zuschauer in die Zeit des „Studio 54“, die der Diskoanfänge und sorgten für ausgelassene Partystimmung mit den Hits „I want your Love“, „Le Freak“ und „Good Times“ nicht nur in den Reihen, sondern auch auf der Bühne, als sie Zuschauer zum Mittanzen hoch holten.











Zum Einklang in die zweite Hälfte der Show wurden ruhige Stücke des großen Musicals „ The lion King“ (König der Löwen) gespielt und im Hintergrund wurden Ausschnitte aus dem „Disney“-Film gezeigt. Unter Anderem war es John Miles der den großen Hit „Can you feel the Love tonight“ sang und mich und ein paar andere Zuschauer in eine Art Sehnsucht versetzte.

Angenehm Überrascht war ich auch von Alison Moyet, die ich noch als (Entschuldigung, mir viel nix besseres ein) „Pummelchen“ in Erinnerung hatte. In einer neuen Pracht, blühend und strahlend mit neuer Energie stand sie dort und sang „That Ole’ Devil Called Love“, ihren Hit, den sogar ich noch mitsingen konnte „All Cried Out“ und „don‘t go“. Welch eine Wandlung und was für eine ausdrucksstarke, unverwechselbare Blues-Stimme und Ausstrahlung diese Frau doch hat.





Einen Klassiker, den jeder bestimmt schon mal gehört hatte, war „The Typewriter“ den Patrick De Smet, ein Musiker, der schon seit Jahren mit zur Stammbesetzung der „Night of the Proms „ gehört, performte auf einer Schreibmaschine zusammen  mit dem Moderator der Show und einer Handklingel sowie einem Gast aus dem Publikum und einer Rassel.

Der Topact des Abends war „Seal“ mit seiner mitreißenden Show und seinen gefühlvollen Songs bewegte er die Besucher und löste große Euphorie aus, als er durch das Publikum lief. Wie eine mitreißende Welle, streifte er durch die Menge und sang seine großen Hits und Ohrwürmer „Kiss from a rose“, „ Papa was a rolling Stone/Killer“, „Amazing“ und „Crazy“


Mit dem passenden Song „We are Family“ von Nile Rogers verabschiedeten sich alle Musiker und Künstler gemeinsam auf der Bühne von den Besuchern und hinterließen bei mir besonders zum Ende der Tour das Gefühl, dass aus ihnen wirklich eine richtige Familie bzw. gute Freunde geworden sind.

Dieses Erlebnis ist besonders zur Vorweihnachtszeit ein Ereignis, welches sich selbst immer wieder neu entdeckt und perfekt gerade in den trüben Wintertagen einen aufmuntert und eine schöne Familienveranstaltung sein kann. Ich werde nächstes Jahr wieder dabei sein und lass mich überraschen mit welchem Motto und hochkarätigen Kunstlern sie uns zum Staunen bringen.

Hier geht es zur Seite von „Aida – Night of the Proms“
Einblick hinter die Kullissen "Karens - Turneetagebuch"
Offizielle Fan-Homepage "Fanpage Night of the Proms"

Freitag, 11. November 2011

CD James Morrison - The Awakening


Das ist das erste Mal, dass ich von einer CD gleich beim ersten Lied sofort begeistert bin. Schon beim Song „In My Dreams“ stand klar, dass dieser Sänger / Songwriter mit seiner Stimme, seiner Gitarre und dem Sound sich in mein Herz spielt. Welch ein Soul, der einem die Gänsehaut und den Schauer unter die Haut spült und das schon im Geschäft beim Probehören. Was muss das erst für ein Klang mit der richtigen Anlage oder über Kopfhörer wohl geben? Die CD wurde dann auch gleich im Auto eingeworfen und auf dem Weg nach Hamburg mich in eine warme und weite Landschaft versetzt. Es muss nicht immer Herz-Schmerz-Mucke sein, was „Slave To The Music“ zeigt. Dieser hat es mit besonders angetan, da ich auch Tage danach den Rhythmus noch als Ohrwurm im Kopf hatte. Mit dem Song "Person I Should Have Been" beweist James mit dem aus seiner Feder komplett entstandenen Song seine vielseitigen Talente. Durch ein Gedicht, was er nach einem Telefonat mit seinem Vater schrieb, welcher letztes Jahr verstarb und einer harmonisch schwebenden Melodie entstand ein schönes emotionales Lied, welches zum Cruisen am Strand oder auch zum Nachdenken verleitet. Viele legen ihn gerne in dieselbe Schublade mit James Blunt, was ich aber nicht ganz gerechtfertigt halte. James Morrison ist ein britischer Musiker, der meiner Meinung nach, noch mehr in Zukunft in Petto haben wird und uns immer wieder mit neuen Songs uns umhauen und uns seine Vielschichtigen Seiten zeigen wird.

© Sandra Clemente, erstellt 11.11.2011

 
CD James Morrison - The Awakening
Erschienen: 30. September 2011, Island (Universal)


Dienstag, 27. September 2011

Alexander v. Rothkirch @Gig Hannover 2011-09-21


Alexander von Rothkirch im Gig, Hannover

Es gibt nur wenige Menschen, die sich so einen großen Schritt in Ihrem Leben trauen und doch gibt es immer wieder Mutige. Ich finde es toll, wenn jemand sein Leben in die Hand nimmt und aus gewohntem und manchmal auch einfachem Leben tritt, um neue Wege zu gehen. Meistens sind die Wege steinig und man muss viel zurücklassen oder auch einstecken. Doch meistens ist es schon der Wille, die Leidenschaft, die man verfolgt oder auch der Weg selbst, den man geht, schon das Ziel. Passend dazu, fällt mir ein „Per aspera ad astra„ eine lateinische Redewendung, die bedeutet „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“ und gerade in der Musikbrange findet man sie immer wieder. Wenn man seine Ziele und Leidenschaft nicht aus den Augen verliert, gibt der Schritt einem das warme und beruhigende Gefühl des Ankommens, auch wenn man sich noch auf dem Weg dorthin befindet.


Diesen großen Schritt machte im Mai 2011 der Singer / Songwriter Alexander von Rothkirch und erfüllte sich damit ein Lebenstraum. Er verließ sein gewohntes Umfeld in einer Festeinstellung um sich seiner Leidenschaft, der Musik zu widmen. Alexander schrieb und spielte schon immer nebenbei und wollte nun seine CD fertig stellen. So kündigte er, stellte sich ins Studio und bekam die Chance über eine Agentur in Bremen seine CD vor zu stellen. Mit 12 Jahren fing er Gitarre an zu spielen und entdeckte schon recht früh wie viel ihm das bedeutet. Seit mehr als 10 Jahren schreibt er auch seine eigenen Stücke, die viel Lebensfreude, Gefühl beinhalten und mitreißen. Er ist ein junger sympathischer Musiker, der mit seiner offenen Art, seinen überzeugenden Texten und einprägenden Ohrwürmern überzeugt. Gerade der Song „Woke up this morning“ aus seinem aktuellen Programm auf der Songs & Whispers-Tour hat es mir besonders angetan. Wer Lust auf „Gute Laune“ Musik hat, sollte sich auf jeden Fall die CD von Alexander genauer anhören.


Das Gig in Hannover machte es Alexander und den zwei begleitenden Musikern nicht leicht. Trotz hallender Akustik im recht gut gefülltem Restaurant / Café mit hohen Decken und beengten Verhältnissen vor und auf der Bühne, bestand Alexander den Auftritt. Alexander sang sich gekonnt durch die Unterhaltungswand, an den Tischen und leitete mit sympathischen, lockeren Sprüchen durch den Abend. Ich war angenehm überrascht, hörte gute Stücke und werde meine CD Sammlung um einen Ohrwurm erweitern.


© Sandra Clemente


Mehr über Alexander erfahrt Ihr auf seinen Seiten: